Überblick
Wat Plai Laem ist einer der optisch beeindruckendsten Tempel in Thailand — ein lebhafter Komplex, der auf einem See an der Nordostspitze von Koh Samui erbaut wurde. Sein Herzstück ist eine 15 Meter hohe weiße Guanyin-Statue mit 18 Armen, die aus dem Wasser ragt und die Cundi-Manifestation der Göttin der Barmherzigkeit darstellt. In der Nähe sitzt ein 20 Meter hoher lachender Buddha (Budai) mit seinem berühmten Bauch und einem breiten Lächeln in einem prunkvollen Pavillon.
Im Gegensatz zu den älteren thailändischen Wats auf Samui verbindet der Plai Laem chinesische Mahayana- und thailändische Theravada-buddhistische Traditionen mit hinduistischen Elementen — was ihn einzigartig auf der Insel macht. Der Komplex wurde zwischen 2004 und 2009 erbaut, teilweise entworfen vom thailändischen Künstler Jarit Phumdonming, und der Besuch ist völlig kostenlos.
Auf einen Blick: Eintritt frei · Täglich von 6:00 bis 18:00 Uhr geöffnet · 15m hohe Guanyin (18 Arme) · 20m hoher lachender Buddha · Lage am See mit Fischfütterung · 1 km vom Big Buddha entfernt · Nordostspitze von Samui

Geschichte und Design
Wat Plai Laem (auch bekannt als Wat Laem Suwannaram) wurde zwischen 2004 und 2009 an der Nordostküste von Koh Samui errichtet. Während einige Quellen vermuten, dass die Stätte ältere Tempelwurzeln hat, die etwa 100 Jahre zurückreichen, ist der heutige Komplex vollkommen modern.
Der Künstler
Der angesehene thailändische Künstler Jarit Phumdonming war an der Gestaltung des Tempels beteiligt und integrierte komplizierte Wandgemälde, geschnitzte Teakholztüren und Goldakzente, die durch zeitgenössische Techniken traditionelle Ästhetik heraufbeschwören. Das Ergebnis ist ein Tempel, der sich gleichzeitig alt und neu anfühlt — reich an kulturellen Bezügen, aber mit modernen Materialien und Ingenieurskunst erbaut.
Architektonische Verschmelzung
Was den Wat Plai Laem architektonisch besonders macht, ist sein Synkretismus. Traditionelle thailändische Dachlinien und die Struktur des Ubosot (Ordination-Halle) stehen neben chinesischen Mahayana-buddhistischen Statuen und hinduistischen Schrein-Elementen. Diese Mischung spiegelt die vielfältigen religiösen Einflüsse wider, die die Inselkultur geprägt haben — von Theravada-Mönchen über hainan-chinesische Einwanderer bis hin zu alten indischen Händlern.
Der gesamte Komplex ist auf und um einen künstlich angelegten See herum gebaut, wobei kunstvolle Brücken die Schreine, Pavillons und die zentrale Ordinationshalle miteinander verbinden. Diese wasserbasierte Anordnung verleiht dem Tempel eine schwebende Qualität, die keinem anderen Wat auf Samui gleicht.
Die 18-armige Guanyin
Das am häufigsten fotografierte Merkmal des Wat Plai Laem ist die 15 Meter hohe weiße Guanyin-Statue, die auf einem Lotusthron im See sitzt. Dies ist speziell die Cundi-Manifestation von Guanyin (Avalokitesvara) — die chinesische Bodhisattva der Barmherzigkeit und des Mitgefühls.
Warum 18 Arme?
Die 18 Arme repräsentieren die 18 Pfade zur Erlangung der Buddhaschaft. Jeder Arm hält ein anderes Dharma-Instrument:
- Vajra-Haken — die Macht, alle Phänomene zu magnetisieren und anzuziehen
- Wunscherfüllende Vase — Manifestation von Schätzen und Schriften
- Schwert — das Durchschneiden von Unwissenheit
- Dharma-Rad — das Ingangsetzen des Rades des Gesetzes
- Mani-Perle — ein leuchtender, makelloser, reiner Geisteszustand
- Lotusblume, Seil, Axt, Gebetskette — und andere Werkzeuge des Mitgefühls
Die allgemeine Symbolik: Guanyins Fähigkeit, gleichzeitig mehrere Wesen auf der ganzen Welt zu erreichen und ihnen zu helfen. Sie steht für Barmherzigkeit, Schutz für Seeleute (passend für einen Inseltempel) und Fruchtbarkeit.

Der lachende Buddha
Gegenüber der Guanyin steht eine noch größere Figur — ein 20 Meter hoher weißer lachender Buddha (Budai), eines der bekanntesten buddhistischen Symbole weltweit. Er sitzt mit seinem berühmten nackten Bauch, einem breiten Lächeln und herabhängenden Ohrläppchen in einem aufwendigen Pavillon auf dem See.
Wer ist der lachende Buddha?
Trotz der allgemeinen Wahrnehmung ist der lachende Buddha nicht Siddhartha Gautama (der historische Buddha). Man glaubt, dass er Qieci darstellt, einen realen wandernden Zen-Mönch, der während Chinas Späterer Liang-Dynastie im 10. Jahrhundert n. Chr. lebte. Der Name “Budai” bedeutet “Stoffsack” — nach dem Sack, den er bei sich trug, gefüllt mit Essen und Geschenken für die Armen.
Im Chan/Zen-Buddhismus wird Budai mit Maitreya identifiziert — dem Buddha der Zukunft, der erscheinen wird, wenn die gegenwärtigen Lehren vergessen sind. In Japan ist er als Hotei bekannt, einer der sieben Glücksgötter.
Die Bauch-Tradition
Es heißt, das Reiben des Bauches des lachenden Buddhas bringe Glück, Wohlstand und Reichtum. Im Wat Plai Laem können Besucher an den Sockel der Statue herantreten, um diese Geste auszuführen — eine der beliebtesten Aktivitäten im Tempel.
Der See und die Fischfütterung
Der künstliche See, der den Tempel umgibt, gehört ebenso zum Erlebnis wie die Statuen selbst. Stege und kunstvolle Brücken überqueren das Wasser und verbinden verschiedene Schreine und Pavillons. Die Oberfläche ist mit rosa Lotusblumen übersät, und das stille Wasser erzeugt spiegelglatte Reflexionen der farbenfrohen Gebäude.
Fischfütterung
Der See wimmelt von riesigen Koi-Karpfen, Welsen und Schildkröten, die sich überall dort an der Oberfläche drängen, wo Besucher zusammenkommen. Fischfutter ist an Automaten im gesamten Komplex für 10 THB pro Beutel erhältlich.
Dies ist nicht nur Unterhaltung — in der buddhistischen Tradition ist das Füttern von Fischen eine Form der Verdienstschöpfung (Tam Bun), ein Symbol für die Fürsorge für alle Lebewesen. Besonders bei Familien ist es beliebt, und Kinder lieben es, den Fischschwärmen zuzusehen.
Die Haupthalle und die Wandgemälde
Der Ubosot (Ordinationshalle) befindet sich auf einer eigenen Insel in der Mitte des Sees, die durch Brücken verbunden ist. Er beherbergt ein sitzendes Buddha-Bild und verfügt über wunderschön geschnitzte Teakholz-Eingangstüren.
Die Wandgemälde
Die Innenwände sind mit komplizierten Wandmalereien bedeckt — sie gehören zu den feinsten auf Koh Samui. Sie stellen dar:
- Szenen aus dem Leben des Buddha
- Jataka-Geschichten (Erzählungen aus den früheren Leben des Buddha)
- Lektionen über Karma und Mitgefühl
- Elemente aus der buddhistischen und hinduistischen Mythologie
Die Wandgemälde verwenden lebendige, gesättigte Farben — satte Rot-, Gold- und Blautöne — und belohnen eine genaue Betrachtung. Die Detailarbeit des Teams um den Künstler Jarit Phumdonming ist außergewöhnlich.
Flankierende Hallen
Zwei lange Hallen auf beiden Seiten der Guanyin-Statue enthalten zusätzliche Wandgemälde und Fresken, die die visuelle Erzählung durch den gesamten Komplex fortsetzen.

Hinduistische Schreine
Eines der interessantesten Merkmale des Wat Plai Laem ist die Einbeziehung von Schreinen hinduistischer Gottheiten neben buddhistischen Darstellungen — ein Spiegelbild der alten indischen Einflüsse, die in der thailändischen religiösen Praxis fortbestehen.
Kleinere Schreine im gesamten Komplex sind gewidmet:
- Ganesha — der elefantenköpfige Beseitiger von Hindernissen
- Vishnu — der Gott des Erhalts
- Shiva — der Zerstörer und Erneuerer
- Sakka (Indra) — der König der Götter
Diese Schreine sind eine Erinnerung daran, dass der thailändische Buddhismus niemals rein Theravada war — er hat schon immer hinduistische, brahmanische und Mahayana-Elemente in einer einzigartig thailändischen Synthese aufgenommen.
Kleiderordnung und Etikette
Wat Plai Laem ist ein aktives Kloster — Mönche leben und praktizieren hier. Obwohl der Tempel einladend und entspannt ist, wird grundlegender Respekt erwartet.
Regeln
- Schultern und Knie bedecken — keine Badekleidung. Sarongs sind am Eingang für diejenigen erhältlich, die sie benötigen.
- Schuhe ausziehen, bevor Sie ein Tempelgebäude betreten, insbesondere den Ubosot.
- Niemals mit den Füßen auf Personen oder religiöse Bilder zeigen — dies ist in der thailändischen Kultur zutiefst beleidigend.
- Fotografieren: Kein Blitzlicht in Tempelgebäuden. Posen Sie niemals mit dem Rücken zu einer Buddha-Statue.
- Leise sprechen und sich respektvoll verhalten.
- Drohnen sind ohne Sondergenehmigung verboten.
Attraktionen in der Nähe
Unter 5 Minuten entfernt
- Big Buddha Tempel (Wat Phra Yai): Nur 1 km westlich — Samuis bekanntestes Wahrzeichen mit seinem 12 Meter hohen goldenen Buddha. Die beiden Tempel werden fast immer bei einem Besuch kombiniert.
- Plai Laem Beach: Ein ruhiger, flacher Strand direkt neben dem Tempel — gut für eine Abkühlung nach dem Tempelbesuch.
- Bang Rak Beach: Angrenzendes Gebiet mit Blick auf Koh Phangan auf der anderen Seite der Meerenge.
Unter 15 Minuten entfernt
- Choeng Mon Beach: Gehobene, geschützte Bucht mit ruhigem Wasser und guten Schnorchelmöglichkeiten. 5-10 Min. östlich.
- Bophut Fisherman’s Village: Historische Fußgängerzone mit Restaurants, Geschäften und dem Freitagsnachtmarkt. 5-10 Min. westlich.
Anreise
Lage
An der Nordostspitze der Insel, direkt an der Route 4171 zwischen Choeng Mon und dem Big Buddha. Gut beschildert mit ausreichend kostenlosen Parkplätzen.
Von verschiedenen Gebieten aus
| Startpunkt | Fahrzeit | Taxikosten |
|---|---|---|
| Big Buddha | 2 Min. | Zu Fuß (1 km) |
| Bophut | 5-10 Min. | 150-300 THB |
| Chaweng | 15-20 Min. | 200-400 THB |
| Lamai | 25-30 Min. | 350-500 THB |
| Flughafen | 5-10 Min. | 150-250 THB |
Transportmöglichkeiten
- Roller: Am einfachsten und günstigsten. Von der Ringstraße aus gut beschildert.
- Songthaew: Sammeltaxis von Chaweng in Richtung Choeng Mon/Bophut fahren am Tempeleingang vorbei. 100-150 THB pro Person.
- Taxi: Fahrpreis im Voraus aushandeln. Immer auf den Preis einigen, bevor man einsteigt.
- Kombination mit Big Buddha: Gehen oder fahren Sie den 1 km zwischen den beiden Tempeln — die meisten Besucher besichtigen beide in einem Ausflug (insgesamt 1,5-2 Stunden).
Beste Reisezeit
| Jahreszeit | Monate | Bedingungen | Bewertung |
|---|---|---|---|
| Trockenzeit | Dez-Apr | Sonnig, am besten zum Fotografieren, am vollsten | ★★★★★ |
| Heiße Zeit | Mai-Jul | Heißer, gelegentliche Schauer, weniger Trubel | ★★★★ |
| Monsun | Aug-Nov | Bewölkter Himmel, Regen, aber atmosphärisch und leer | ★★★ |
Tipps zum Timing
- Bestes Licht: Früher Morgen (vor 9:00 Uhr) — weiches Licht, weniger Besucher, ruhige Spiegelungen auf dem See. Der Tempel ist grob nach Osten ausgerichtet, sodass die Morgensonne die Guanyin wunderschön beleuchtet.
- Goldene Stunde: Später Nachmittag (16:00-17:30 Uhr) — warmes Licht auf der farbenfrohen Architektur und Spiegelungen auf dem See.
- Vermeiden: Mittagszeit (11:00-14:00 Uhr) — hartes Licht und Hitze mit wenig Schatten auf den Gehwegen.
- Thailändische Feiertage: Während Songkran, Loy Krathong und anderen wichtigen Festen wird der Tempel sehr voll. Wunderschön, aber überlaufen.

Praktische Tipps
Das Wichtigste
- Eintritt: Frei. Spenden sind willkommen und werden geschätzt.
- Öffnungszeiten: Täglich 6:00 bis 18:00 Uhr
- Benötigte Zeit: 45 Minuten bis 1 Stunde (2-3 Stunden bei Kombination mit dem Big Buddha)
- Fischfutter: 10 THB pro Beutel aus den Automaten
- Parken: Kostenlos, reichlich Platz vorhanden
Was Sie mitbringen sollten
- Kamera: Dies ist einer der fotogensten Tempel in Thailand. Die Spiegelungen auf dem See sind der Star — fotografieren Sie von den Brücken aus.
- Bargeld: Für die Fischfutterautomaten und die Spendenboxen.
- Bescheidene Kleidung: Oder nutzen Sie die kostenlosen Sarongs am Eingang.
- Sonnenschutz: Begrenzter Schatten auf den Gehwegen.
- Wasser: Keine Trinkbrunnen vor Ort; kaufen Sie Wasser an den Ständen am Eingang.
Fototipps
Die Spiegelungen auf dem See sind das Markenzeichen des Wat Plai Laem. Ruhiges Wasser am Morgen bietet die besten Spiegeleffekte. Fotografieren Sie von den Brücken aus, um die im See reflektierten Statuen einzufangen. Die leuchtenden Farben machen diesen Tempel außergewöhnlich fotogen — er wurde auf dem Account “Accidentally Wes Anderson” wegen seiner Symmetrie und Farbpalette vorgestellt.
Für wen ist der Wat Plai Laem am besten geeignet?
| Besuchertyp | Eignung | Warum |
|---|---|---|
| Fotografen | ★★★★★ | Spiegelungen auf dem See, lebhafte Farben, monumentale Statuen |
| Familien | ★★★★★ | Fischfütterung, freier Eintritt, weite Flächen, Kinder lieben die Statuen |
| Kulturinteressierte | ★★★★★ | Chinesisch-thailändisch-hinduistischer Synkretismus, Wandgemälde, religiöse Symbolik |
| Samui-Erstbesucher | ★★★★★ | Einfach mit dem Big Buddha für eine halbtägige Kulturtour kombinierbar |
| Paare | ★★★★ | Romantische Lage am See, weiches Morgenlicht |
| Budget-Reisende | ★★★★★ | Völlig kostenlos — eine der besten kostenfreien Attraktionen auf Samui |
| Eingeschränkt mobil | ★★★ | Größtenteils ebene Gehwege, aber einige Brücken sind schmal |






FAQ
Ist der Wat Plai Laem kostenlos?
Ja — völlig kostenlos. Es gibt keine Eintrittsgebühr. Spenden zur Unterstützung der Tempelinstandhaltung sind willkommen. Die einzigen Kosten fallen für Fischfutter (10 THB pro Beutel) aus den Automaten an, wenn Sie die Kois und Welse füttern möchten.
Wie weit ist der Wat Plai Laem vom Big Buddha entfernt?
Nur 1 km — etwa 2 Minuten Fahrt oder 15 Minuten Fußweg. Die meisten Besucher kombinieren beide Tempel in einem Ausflug, der insgesamt 1,5 bis 2 Stunden dauert. Beide befinden sich an der Nordostspitze der Insel.
Was stellt die 18-armige Statue im Wat Plai Laem dar?
Die 15 Meter hohe weiße Statue ist Guanyin in ihrer Cundi-Manifestation — die chinesische Bodhisattva der Barmherzigkeit und des Mitgefühls. Die 18 Arme repräsentieren die 18 Pfade zur Buddhaschaft, und jeder Arm hält ein anderes Dharma-Instrument, das Aspekte der spirituellen Praxis symbolisiert.
Kann man im Wat Plai Laem Fische füttern?
Ja — das ist eine der beliebtesten Aktivitäten. Der Tempelsee ist voll von riesigen Kois, Welsen und Schildkröten. Fischfutter kostet 10 THB pro Beutel an den Automaten. In der buddhistischen Tradition ist das Füttern von Fischen eine Form der Verdienstschöpfung.
Was sollte ich im Wat Plai Laem anziehen?
Schultern und Knie sollten bedeckt sein — keine Badekleidung. Falls Sie unpassend gekleidet sind, stehen am Tempeleingang kostenlose Sarongs zur Verfügung. Ziehen Sie Ihre Schuhe aus, bevor Sie Tempelgebäude betreten.
Was ist die beste Zeit zum Fotografieren des Wat Plai Laem?
Am frühen Morgen (vor 9:00 Uhr), wenn der See ruhig ist und perfekte Spiegelungen bietet und die nach Osten ausgerichtete Guanyin von der sanften Morgensonne beleuchtet wird. Die goldene Stunde am späten Nachmittag (16:00-17:30 Uhr) erzeugt ebenfalls wunderschönes warmes Licht auf der farbenfrohen Architektur und den Spiegelungen im See.




